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Das Ist Die Liebe Der Matrosen

Das ist die Liebe der Matrosen!
Auf die Dauer, lieber Schatz
Ist mein Herz kein Ankerplatz
Es blüh’n an allen Küsten Rosen
Und für jede gibt es tausendfach Ersatz – jawoll!
Man kann so süß im Hafen schlafen
Doch heißt es bald: „Auf Wiederseh’n!“
Das ist die Liebe der Matrosen
Von dem kleinsten
Und gemeinsten
Mann bis rauf zum Kapitän

Ahoi! Die Welt ist schön
Und muss sich immer dreh’n
Da woll’n wir mal ein Ding dreh’n
Jawoll, Herr Kapitän!
Jawoll, Herr Kapitän!
Was nützt uns sonst die Kraft?
Blut ist kein Himbeersaft!
Die Sache wird schon schiefgeh’n
Jawoll, Herr Kapitän!
Jawoll, Herr Kapitän!
Und hast du eine Fee
Dann schreib ihr: „Schatz, ade!
Ich muss mal eben rüber zum Titicacasee!“

Das ist die Liebe der Matrosen …

Von Kapstadt bis Athen
Da gibt es was zu seh’n
Wofür ist man denn Seemann?
Jawoll, Herr Kapitän!
Jawoll, Herr Kapitän!
Wie schön ist es zuhaus‘
Doch halten wir’s nicht aus
Woanders ist es auch schön
Jawoll, Herr Kapitän!
Jawoll, Herr Kapitän!
Wenn dich die Tränen rühr’n
Dann schwör’s mit tausend Schwür’n:
„Ich muss mal am Äquator, die Linie frisch lackier’n!“

Das ist die Liebe der Matrosen …

Von dem kleinsten
Und gemeinsten
Mann bis rauf zum Kapitän
Von dem kleinsten
Und gemeinsten
Mann bis rauf zum Kapitän

Ich bin Von Kopf Bis Fuß Auf Liebe Eingestellt

Ein rätselhafter Schimmer,
Ein „je ne sais-pas-quoi“
Liegt in den Augen immer
Bei einer schönen Frau.

Doch wenn sich meine Augen
Bei einem vis-à-vis
Ganz tief in ihre saugen
Was sprechen dann sie?:

Ich bin von Kopf bis Fuß
Auf Liebe eingestellt,
Denn das ist meine Welt.
Und sonst gar nichts.

Das ist, was soll ich machen,
Meine Natur,
Ich kann halt lieben nur
Und sonst gar nichts.

Frauen umschwirr’n mich,
Wie Motten um das Licht.
Und wenn sie verbrennen,
Ja dafür kann ich nichts.

Ich bin von Kopf bis Fuß
Auf Liebe eingestellt,
Ich kann halt lieben nur
Und sonst gar nichts.

Was bebt in meinen Händen,
In ihrem heißen Druck?
Sie möchten sich verschwenden
Sie haben nie genug.

Ihr werdet mir verzeihen,
Ihr müßt‘ es halt versteh’n,
Es lockt mich stets von neuem.
Ich find‘ es so schön!

Ich bin von Kopf bis Fuß
Auf Liebe eingestellt,
Denn das ist meine Welt,
Und sonst gar nichts.

Das ist, was soll ich machen,
Meine Natur,
Ich kann halt lieben nur
Und sonst gar nichts.

Frauen umschwirr’n mich,
Wie Motten um das Licht.
Und wenn sie verbrennen,
Ja dafür kann ich nichts.
Ich bin von Kopf bis Fuß
Auf Liebe eingestellt,
Ich kann halt lieben nur
Und sonst gar nichts.

Wochenend Und Sonnenschein

Wochenend und Sonnenschein
und dann mit dir im Wald allein,
weiter brauch ich nichts zum Glücklichsein,
Wochenend und Sonnenschein.

Über uns die Lerche zieht,
sie singt genau wie wir ein Lied.
Alle Vögel stimmen fröhlich ein.
Wochenend und Sonnenschein.

Kein Auto, keien Chausee
und niemand in uns’rer Näh‘.

Tief im Wald nur ich und du,
der Herrgott drückt ein Auge zu,
denn er schenkt uns ja zum Glücklichsein
Wochenend und Sonnenschein.

Nur sechs Tage sind der Arbeit!
Doch am siebten Tag sollst Du ruh’n,
sprach der Herrgott, doch wir haben
auch am siebten Tag zu tun.

(Counter-Tenor)
Wochenend und Sonnenschein …

(Bass)
Wochenend und Sonnenschein …

Mein Kleiner Grüner Kaktus

Blumen im Garten, so zwanzig Arten,
von Rosen, Tulpen und Narzissen,
leisten sich heute die kleinsten Leute.
Das will ich alles gar nicht wissen.

Mein kleiner grüner Kaktus steht draußen am Balkon,
hollari, hollari, hollaro!
Was brauch‘ ich rote Rosen, was brauch‘ ich roten Mohn,
hollari, hollari, hollaro!
Und wenn ein Bösewicht was ungezog’nes spricht,
dann hol‘ ich meinen Kaktus und der sticht, sticht, sticht.
Mein kleiner grüner Kaktus steht draußen am Balkon,
hollari, hollari, hollaro!

Man find’t gewöhnlich die Frauen ähnlich
den Blumen die sie gerne haben.
Doch ich sag täglich: Das ist nicht möglich,
was soll’n die Leut‘ sonst von mir sagen.

Mein kleiner grüner Kaktus ….

Heute um viere klopft’s an die Türe,
nanu, Besuch so früh am Tage?
Es war Herr Krause vom Nachbarhause,
er sagt: „Verzeih’n Se wenn ich frage:

Sie hab’n doch einen Kaktus auf ihrem klein‘ Balkon,
hollari, hollari, hollaro!
Der fiel soeben runter, was halten Sie davon?
Hollari, hollari, hollaro!
Er fiel mir auf’s Gesicht obs‘ glauben oder nicht
jetzt weiß ich, dass Ihr kleiner grüner Kaktus sticht.
Bewahr’n Sie Ihren Kaktus gefälligst anderswo,
hollari, hollari, hollaro!“

Veronika, Der Lenz Ist Da

Veronika, Veronika, Veronika, der Lenz ist da
Veronika, der Lenz ist da
Die Mädchen singen tralala
Die ganze Welt ist wie verhext
Veronika, der Spargel wächst!

Ach du, Veronika, die Welt ist grün
D’rum lasst uns in die Wälder ziehen
Sogar der Großpapa sagt zu der Großmama
„Veronika, der Lenz ist da“

Mädchen lacht, Jüngling spricht
„Fräulein, wollen Sie oder nicht
Draußen ist Frühling“

Der Poet, Otto Licht
Hält es jetzt für seine Pflicht
Er schreibt dieses Gedicht

Veronika, der Lenz ist da
Die Mädchen singen tralala
Die ganze Welt ist wie verhext
Veronika, der Spargel wächst

Ach du, Veronika, die Welt ist grün
D’rum lasst uns in die Wälder ziehen
Der liebe alte Großpapa sagt zu der guten Großmama
„Veronika, der Lenz ist da-da-da
Da-da-da, da-da-da-da-da-da-da-da-da
Da-da-da, da-da-da-da-da-da-da-da-da“

Sie sollen frohlocken
Der Lenz ist da, Veronika
Die ganze Welt ist wie verhext
Veronika, der Spargel wächst

Oh Veronika, Veronika, die Welt ist grün
Drum lass uns in die Wälder ziehen
Sogar der liebe, gute, alte Großpapa
Sagt zu der lieben, guten, alten Großmama

„Veronika, der Lenz ist da!“
Veronika, der Lenz ist da
Die Mädchen singen tralala
Die ganze Welt ist wie verhext
Veronika, der Spargel wächst
Veronika, der Lenz ist da

Es Gibt Keine Maikäfer Mehr

Wenn ich vor dem neuen Parkhaus stehe, denk‘ ich manchmal dran,
Wie das früher hier mal aussah, eh‘ der große Bau begann:
Da, gleich an der Einfahrt, an der Kasse, da war Schlüters Haus
Und gleich dort, neben der Schranke, da wohnte die alte Kraus.

Bei der stieg ich regelmäßig jedes Frühjahr über‘n Zaun,
Und genauso regelmäßig wurde ich dafür verhau‘n.
In den Garten wagten sich die Nachbarskinder nicht und so
Gab‘s darin zur Maikäferzeit viel mehr als sonst anderswo.

Ich seh‘ mich noch heute loszieh‘n mit dem großen Schuhkarton,
Mit den Luftlöchern im Deckel zu mancher Expedition;
Und ich rüttelte an Bäumen, und ich wühlte auch im Moos,
Die Erfolge waren prächtig und mein Trickreichtum war groß.

Würd‘ ich heut noch einmal loszieh‘n, blieb mein Schuhkarton wohl leer;
Selbst ein guter Käferjäger
Brächte keinen Schornsteinfeger,
Keinen Müller, erst recht keinen Kaiser her:
Es gibt keine Maikäfer mehr, es gibt keine Maikäfer mehr!

Hin und wieder sah der alte Schlüter meine Beute an.
Der war Maikäferexperte und erinnerte sich dran,
Daß die Käfer damals eine Plage waren, daß sogar
Dem, der die meisten einfing, eine Prämie sicher war,

Daß die Kinder schulfrei kriegten für den Maienkäferfang,
Und er sagte, daß ihm damals mancher schöne Coup gelang.
Und die Zahlen, die er nannte, die beeindruckten mich tief,
So daß ich mit meiner Beute fast beschämt nach Hause lief.

Wenn ich heut‘ noch einmal halb so viel wie damals fangen könnt‘,
Würd ich wohl‘ zum König aller Maikäfersucher gekrönt.
Nicht, daß ich vergessen hätte, wie und wo man welche fängt,
Oder aus dem Alter raus bin, wo es einen dazu drängt.

Nein, würd‘ ich noch einmal loszieh‘n, blieb mein Schuhkarton wohl leer;
Selbst ein guter Käferjäger
Brächte keinen Schornsteinfeger,
Keinen Müller, erst recht keinen Kaiser her:
Es gibt keine Maikäfer mehr, es gibt keine Maikäfer mehr!

Es gibt wichtigere Dinge, aber ich schreibe trotzdem
Auf ein Birkenblatt die Noten für ein Käferrequiem.
Es gibt sicher ein Problem, dessen Erforschung sich mehr lohnt
Als, warum denn heut‘ im Parkhaus wohl kein Maikäfer mehr wohnt.

Warum kriecht im Eichbaum, der davorsteht, keiner im Geäst?
Wenn mir diese Frage letzten Endes keine Ruhe läßt,
Dann vielleicht, weil ich von ihnen einst gelernt hab‘, wie man summt,
Wie man kratzt und wie man krabbelt, wie man zählt und wie man brummt,

Wie man seine Fühler ausstreckt und natürlich, weil ich find‘,
Daß sie irgendwie entfernte Namensvettern von mir sind.
Vielleicht ängstigt mich ihr Fortgeh‘n, denn vielleicht schließ‘ ich daraus,
Vielleicht geh‘n uns nur die Maikäfer ein kleines Stück voraus.

Denn würd ich noch einmal loszieh‘n, blieb mein Schuhkarton wohl leer;
Selbst ein guter Käferjäger
Brächte keinen Schornsteinfeger,
Keinen Müller, erst recht keinen Kaiser her:
Es gibt keine Maikäfer mehr, es gibt keine Maikäfer mehr!

Der Mörder Ist Immer Der Gärtner

Die Nacht liegt wie Blei auf Schloß Darkmoor,
Sir Henry liest Financial Times.
Zwölfmal schlägt gespenstisch die Turmuhr,
Der Butler hat Ausgang bis eins.
Da schleicht sich im flackernden Lampenschein
Fast lautlos ein Schatten zur Türe herein
Und stürzt auf Sir Henry, derselbe lebt ab
Und nimmt sein Geheimnis mit ins Grab.

Der Mörder war wieder der Gärtner,
und der plant schon den nächsten Coup.
Der Mörder ist immer der Gärtner,
und der schlägt erbarmungslos zu!

Bei Maigret ist schon seit zwei Stunden
Ein Fahrstuhl andauernd blockiert.
Inspektor Dupont ist verschwunden,
Der Fahrstuhl wird g‘rad repariert.
Da öffnet sich lautlos die Tür zum Schacht,
Es ertönt eine Stimme, die hämisch lacht.
Inspektor Dupont traf im Fahrstuhl ein Schuß,
Der Amtsarzt stellt sachlich fest: Exitus.

Am Hafendamm Süd wurde neulich
Ein Hilfsleuchtturmwart umgebracht.
Inspektor van Dyke, stets voreilig,
Hat drei Täter schon im Verdacht:
Die Wirtin zur Schleuse, denn die schielt und die hinkt,
Der Käpt‘n, der schiffbrüchig im Rum ertrinkt,
Der Lotse, der vorgibt, Napoleon zu sein,
Aber da irrt van Dyke, keiner war‘s von den Drei‘n.

Die steinreiche Erbin zu Manster,
Ist wohnhaft im 15ten Stock,
Dort schläft sie bei offenem Fenster,
Big-Ben schlägt gerad‘ two o‘clock.
Ganz leis‘ bläht der Wind die Gardinen auf,
Auf die Erbin zeigt matt-schwarz ein stählerner Lauf,
Und ein gellender Schrei zerreißt jäh die Luft,
Auch das war wohl wieder der Gärtner, der Schuft.

In seinem Gewächshaus im Garten,
Steht in grüner Schürze ein Mann,
Der Gärtner rührt mehrere Arten von Gift gegen Blattläuse an.
Der Gärtner singt, pfeift und lacht verschmitzt,
Seine Heckenschere, die funkelt und blitzt,
Sense, Spaten und Jagdgewehr steh‘n an der Wand,
Da würgt ihn von hinten eine meuchelnde Hand.

Der Mörder war nämlich der Butler,
und der schlug erbarmungslos zu.
Der Mörder ist immer der Butler –
man lernt eben täglich dazu.

Meine Söhne Geb Ich Nicht

Ich denk, ich schreib Euch besser schon beizeiten
und sag‘ Euch heute schon endgültig ab.
Ihr braucht nicht lange Listen auszubreiten,
um zu sehen, dass ich auch zwei Söhne hab‘.

Ich lieb die beiden, das will ich Euch sagen,
mehr als mein Leben, als mein Augenlicht.
Und die, die werden keine Waffen tragen.
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht.
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht.

Ich habe sie die Achtung vor dem Leben,
vor jeder Kreatur als höchsten Wert,
ich habe sie Erbarmen und Vergeben
und wo immer es ging, Lieben gelehrt.

Nun werdet ihr sie nicht mit Hass verderben.
Kein Ziel, keine Ehre, keine Pflicht
sind’s wert dafür zu töten und zu sterben.
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht.
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht.

Ganz sicher nicht für Euch hat ihre Mutter
sie unter Schmerzen auf die Welt gebracht.
Nicht für Euch und nicht als Kanonenfutter
nicht für Euch hab ich manche Fiebernacht

verzweifelt an dem kleinen Bett gestanden
und kühlt ein kleines glühendes Gesicht,
bis wir in der Erschöpfung Ruhe fanden.
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht.
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht.

Sie werden nicht in Reih und Glied marschieren,
nicht durchhalten, nicht kämpfen bis zu letzt!
Auf einem gottverlassenen Feld erfrieren,
während ihr euch in weiche Kissen setzt.

Die Kinder schützen vor allen Gefahren
ist doch meine verdammte Vater- Pflicht.
Und das heißt auch sie vor Euch zu bewahren.
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht.
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht.

Ich werde sie den Ungehorsam lehren,
den Widerstand und die Unbeugsamkeit.
Gegen jeden Befehl aufzubegehren
und nicht zu buckeln vor der Obrigkeit

Ich werd‘ sie lehren den eignen Weg zu gehen.
Vor keinem Popanz, keinem Weltgericht
Vor keinem, als sich selber grad zu stehen
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht.
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht.

Und eher werde ich mit ihnen fliehen,
als dass ihr sie zu euren Knechten macht,
eher mit ihnen in die Fremde ziehen,
in Armut und wie Diebe in der Nacht.

Wir haben nur dies eine kurze Leben.
Ich schwör’s und sag’s euch grade ins Gesicht:
Sie werden es für euren Wahn nicht geben.
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht.
Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht.

Ich Bin Klempner Von Beruf

Ich bin Klempner von Beruf.
Ein dreifach Hoch dem, der dies‘ gold’ne Handwerk schuf.
Denn auch in den größten Nöten
Gibt es immer was zu löten.
Immer wieder gibt es Pannen
An WC’s und Badewannen
Ich bin Klempner von Beruf.

Neulich hab‘ ich einen Boiler installiert,
Der hat gut und gern zwei Tage funktioniert.
Dann war er drei Tage alt
Und das heisse Wasser kalt.
Na, da hab‘ ich gar nicht lange repariert,
Sondern sofort einen neuen installiert.
Und da fragt mich doch der Kunde noch nachher,
Ob denn reparieren nicht doch preiswerter wär‘.
Da antwort‘ ich blitzeschnell,
„Ihr uraltes Modell
Stellt die Firma heute schon gar nicht mehr her,
Und Erstazteile gibt’s schon längst nicht mehr“.

Ich bin Klempner von Beruf.
Ein dreifach Hoch dem, der dies‘ gold’ne Handwerk schuf.
Selbst in schweren Wirtschaftskrisen
Find‘ ich Rohre hinter Fliesen,
Ist ein Unglück anzurichten
Und ein Abfluß abzudichten:
Ich bin Klempner von Beruf.

Gestern mittag hat ein Kunde angeklopft,
Bei ihm sei wohl ein Abwasserrohr verstopft.
Ich erneu’re rasch die Dichtung,
Und dann stimmt auch schon die Richtung,
Wenn man einen Stopfen in die Röhre pfropft,
Kann es sein, daß dann der Rücklaufkrümmer tropft.
Doch wahrscheinlich hat ein Doppelflansch geklemmt,
Darum hab‘ ich gleich die Mauer aufgestemmt
Und das Halbrundstück durchstochen
Und die Wohnungswand durchbrochen
Und die Nachbarwohnung auch noch überschwemmt.
Es gibt nichts, was einen Klempner hemmt.

Ich bin Klempner von Beruf.
Ein dreifach Hoch dem, der dies‘ gold’ne Handwerk schuf.
Immer werden Hähne tropfen,
Werden Waschbecken verstopfen.
Immer gibt es was zu schweißen,
Auszubau’n und einzureißen:
Ich bin Klempner von Beruf.

Letzte Pfingsten war es, glaub‘ ich, um halb acht,
Da rief ein Mann an, völlig aufgebracht:
Bei ihm sein ein Rohr gebrochen,
Er selbst naß bis auf die Knochen,
Und das sprudelt und das gluckert und das kracht.
„Prima“, sagte ich: „das wird sofort gemacht“.
An einem nebligen Novembertag
Bracht‘ ich ihm erstmal den Kostenvoranschlag.
Noch muß er zum Keller schwimmen
Und zur Nacht sein Dach erklimmen,
Denn vor Juni tu‘ ich keinen Hammerschlag.
So hat jeder seine Sorgen heutzutag‘.

Ich bin Klempner von Beruf.
Ein dreifach Hoch, dem der dies‘ gold’ne Handwerk schuf.
Es gibt immer ein paar Muffen
Abzubau’n und krumm zu buffen,
Es gibt immer was zu plantschen,
An den Hähnen zu verflanschen:
Ich bin Klempner von Beruf.

AmFreitag kam eine Reklamation,
Ein Kunde rügte die Installation,
Immer, wenn er Wasser zapfe,
Sammle Erdgas sich im Napfe,
Und klingle zufällig das Telefon,
Gab es manche heftige Detonation.
Ich löste das Problem höchst elegant,
Indem ich Telefon und Hahn verband.
Wenn es jetzt im Hörer tutet, wird die Küche überflutet
Und durch diesen Kunstgriff meisterlicher Hand,
Ist jetzt jede Explosionsgefahr gebannt.

Ich bin Klempner von Beruf.
Ein dreifach Hoch dem, der dies‘ gold’ne Handwerk schuf.
Denn in Villen, Hütten, Lauben,
Gibt es Muttern zu verschrauben,
Selbst auf Schlössern, alten, stolzen,
Gibt es Schellen zu verbolzen:
Ich bin Klempner von Beruf.

Gründlich sein ist jeden Klempners Pflicht.
Donnerstag war eine Leitung nicht ganz dicht.
Mit dem Anzieh’n einer Mutter
Ist das längst noch nicht in Butter,
Denn, wenn dabei eine Bogenschelle bricht,
Reduziert sich oft die Druckmanschette nicht.
Folglich habe ich vom Keller bis zum Dach
Alle Rohre neu verlegt und hab‘ danach
Auch den Kühlschrank noch erneuert,
Was die Sache zwar verteuert,
Aber dafür sagt mir auch kein Kunde nach,
Daß ich bei der Arbeit halbe Arbeit mach‘.

Ich bin Klempner von Beruf.
Ein dreifach Hoch dem, der dies‘ gold’ne Handwerk schuf.
Linker Hand die Werkzeugtasche,
Zwanz’ger Schlüssel, Thermosflasche,
Rechter Hand meine Rohrzange,
So wird mir so schnell nicht bange:
Ich bin Klempner von Beruf.
Und braucht man keine Klempner mehr,
Na, dann werd‘ ich halt Installateur.

Gute Nacht Freunde

Gute Nacht, Freunde
Es wird Zeit für mich zu geh’n
Was ich noch zu sagen hätte
Dauert eine Zigarette
Und ein letztes Glas im Steh’n

Für den Tag, für die Nacht unter eurem Dach habt Dank!
Für den Platz an eurem Tisch, für jedes Glas, das ich trank
Für den Teller, den ihr mit zu den euren stellt
Als sei selbstverständlicher nichts auf der Welt

Gute Nacht, Freunde …

Habt Dank für die Zeit, die ich mit euch verplaudert hab‘
Und für Eure Geduld, wenn’s mehr als eine Meinung gab
Dafür, dass ihr nie fragt, wann ich komm‘ oder geh‘
Für die stets offene Tür, in der ich jetzt steh‘

Gute Nacht, Freunde …

Für die Freiheit, die als steter Gast bei euch wohnt
Habt Dank, dass ihr nie fragt, was es bringt, ob es lohnt
Vielleicht liegt es daran, dass man von draußen meint
Dass in euren Fenstern das Licht wärmer scheint

Gute Nacht, Freunde …

Gute Nacht, Freunde …